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Dienstag, 15. Oktober 2013

Grundlage der Kommunikation

Gell Du ...; Bild(c)Albrecht E. Arnold  / pixelio.de
 Überall dort, wo Menschen miteinander zu tun haben, ist die Art, wie sie miteinander kommunizieren, ausschlaggebend für eine wirkliche Verständigung. Der Begriff "kommunizieren" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "gemeinsam machen, vereinigen, teilen, mitteilen, sich besprechen".

Über die Kommunikation definieren sich Beziehungen und laufen komplexe soziale Mitteilungen ab. Die Verständigung zwischen Menschen ist eine Informationsübertragung durch verbale und nonverbale Ausdrucksmittel. Der Austausch findet dabei mit Hilfe der Körpersprache, Gestik, Mimik und Tonlage statt. Dabei ist ganz besonders auf ein in sich stimmiges Ausdrucksverhalten und konstante Disziplin Wert zu legen. Nur eine ganzheitliche und ehrliche Ausdrucksweise - insbesondere was die Gefühle angeht - wird vom Menschen als positiv empfunden und verstanden.

Häufig glaubt der Mensch, für die Verständigung seien die Sprache bzw. die Worte das Wichtigste. Das ist ein Irrtum. Die Worte allein sind der unwichtigste Teil der Mitteilungen. Wichtiger als alle Worte des Menschen sind andere Botschaften, nämlich seine Körpersprache, der Ausdruck seiner Stimme und seine Gefühle.

Die Körpersprache umfaßt die äußere Erscheinung eines Menschen, seine Haltung, seine Art zu laufen, seine Gestik und seine Mimik. Mit dem Ausdruck der Stimme sind die tonalen Aspekte der Sprache gemeint, das heißt Betonung, Lautstärke, Tonlage und Sprechgeschwindigkeit.

So strahlt eine klare, feste Stimme Selbstvertrauen, Sicherheit und Kraft aus, eine allzu laute oder schrille erweckt Furcht oder Antipathie, während eine sanfte, leise Stimme Vertrauenswürdigkeit und Verständnis vermittelt, und eine allzu leise, zaghafte signalisiert Unsicherheit und Ziellosigkeit - je nachdem, welche Gefühle in der Stimme mitschwingen.

Wegen der starken Wirkung der, meist unbewußten, Körpersprache kommunizieren wir immer - auch dann, wenn wir nichts sagen -, weil der Körper für uns spricht und seinen Zustand und seine Beziehung zur Außenwelt zum Ausdruck bringt, und zwar in jeder einzelnen Sekunde. Deswegen kann der Mensch seine Befindlichkeit und seine Einstellung zwar verschweigen, aber niemals wirklich verheimlichen.

Neben den verbalen erhält ein Mensch also immer auch nonverbale Informationen, und er muß sie alle zu einem sinnergebenden Ganzen zusammenführen. Mißverständnisse treten dann auf, wenn der Mensch sich widersprüchlich verhält, wenn Ängste und Hektik vorhanden sind und somit die Gesamtbotschaft nicht mit dem verbalen übereinstimmt.


Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikation

Sonntag, 13. Oktober 2013

Was bedeutet es, die Führungsrolle einzunehmen?

Chef im Ring;  Bild(c): DieterHopf pixelio.de
 Bei uns Menschen fängt das Führen in der Familie an und endet im Berufsleben. Ob in einem Unternehmen, einem Verein, einer Organisation, im Militär oder im Staat - überall ist eine Führung und die damit verbundene Ordnung unerläßlich. Ohne Gesetze, Regeln und Verordnungen würden wir uns nicht sicher fühlen. Leider werden Führungspositionen häufig mißbraucht, und es wird versucht, andere zu beeinflussen, zu manipulieren dadurch zu lenken, daß man ihnen Angst macht. Dies kann fatale Folgen haben.

Führungsqualitäten
Ein ranghohes Lebewesen übernimmt ganz besondere Aufgaben und auch sehr viel Verantwortung gegenüber den anderen Gruppenmitgliedern. Wer die Führungsrolle in einem Team innehat, sorgt insbesondere für den Schutz der Teammitglieder vor äußeren "Bedrohungen" und ist für den Frie-
den innerhalb des Teams zuständig.

Eine Leitfigur muß sich klar, eindeutig und sicher verhalten, sich beherrschen können und sich unbedingt ehrlich darstellen; das gilt nicht nur für die eigene Persönlichkeit mit all ihrem Wissen und Nichtwissen, mit ihren Stärken und Schwächen - insbesondere das unumwundene Bekenntnis zu eigenen Fehlern ist wichtig -, sondern auch für die eigenen Gefühle.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt, wird nicht nur von den eigenen Teammitgliedern, sondern auch vom Aussenstehenden bewundert und als Führungspersönlichkeit anerkannt werden. Von der Intelligenz, der Erfahrung und der Wachsamkeit des Leitenden hängt das Schicksal der gesamten Gemeinschaft ab. Die Ausstrahlung einer solchen Persönlichkeit ist so beschaffen, daß deren Führungsposition unangefochten bleibt. Der Betreffende kommt in der Regel erst gar nicht in die Lage darum kämpfen zu müssen. Sobald man diesen Zusammenhang begriffen und verinnerlicht hat, kann man ein Team ohne jede Form von Gewalt führen. Dies wiederum stärkt und fördert die Persönlichkeit des Führers.

Es ist also nicht der besonders Aggressive, der Führungsqualitäten hat, sondern der besonders Besonnene und Ruhige, der den Überblick behält und es versteht, die anderen zu faszinieren und sich Dank seiner Reife auf natürliche Weise Respekt zu verschaffen. Es zählen nicht unbedingt Körperkraft und Imponiergehabe, sondern das Talent und die Fähigkeit, Freundschaften zu schließen, Toleranz zu vermitteln, Vertrauen und Schutz zu geben. In einer natürlichen Umgebung ist es niemals nur die Aggressivität, die über eine Rangstellung entscheidet, denn das würde nur die
Angst voreinander fördern. Der Respekt und die Anerkennung der anderen entscheiden über die Rangstellung des Einzelnen, und diese Achtung würde ein zu aggressiver Mensch niemals bekommen.

Anhand meiner Beobachtungen stelle ich immer wieder fest, daß die Ausstrahlung und die Würde eines ranghohen Führers völlig ausreichen, um ihm den Respekt und die Bewunderung der Teammitglieder zu verschaffen. Es sind die Mitarbeiter auf unteren oder mittleren Ebenen, die wesentlich schneller zu Auseinandersetzungen bereit sind. Der Führer schlichtet sich anbahnende Streitigkeiten mit sanften Methoden. Zu einem ernsthaften Durchsetzen kommt es bei ihm nur nach außen, wenn Bedrohungen auf das Team zukommen. In sehr seltenen Fällen werden die Auseinandersetzungen auch innerhalb des Teams ernst.


Montag, 13. August 2012

Sie sind das Projekt! -> Ihre Äußere Erscheinung

Sie sind das Projekt! Bild(c)-presenter media
Ist Ihr Projekt zerfahren? Hat ihr Projekt keine Struktur? Fühlen sich die Stakeholders schlecht informiert? Werden die Meilensteine nicht erreicht? Werden Zeiten ständig überschritten?

Haben Sie dann schon mal an sich selbst gedacht? Könnte es sein, dass Sie das Problem sind? Ich erinnere immer wieder gerne an das hermetische Gesetz „Wie oben - so unten, wie unten - so oben. Wie innen - so außen, wie außen - so innen. Wie im Großen - so im Kleinen.“ Deshalb können Sie das Große im Kleinen und im Kleinen das Große erkennen. Und so, wie man innerlich ist, erlebt man auch seine Außenwelt, und die von sich erlebte Außenwelt entspricht immer dem, was man selbst innerlich ist: Die Außenwelt ist also immer ein Spiegel von Ihrem Selbst. Ist man in HARMONIE mit sich selbst, ist man gleichermaßen in HARMONIE mit der Außenwelt. Wenn man sich verändert, wird sich alles um einen herum verändern. Merkwürdigerweise begreifen das die wenigsten Menschen. Aber als Führungskraft ist diese Erkenntnis und das Begreifen dieses Zusammenhanges ein Muss. Eine Führungskraft, die nicht erkennen will, dass alles um ihn herum lediglich die eigene Realität ist und durch einfache Änderungen in der Persönlichkeit teilweise gravierende Veränderungen in seinem Umfeld bewirken kann, dem ist nicht mehr zu helfen.

Wie wirkt sich nun alleine meine äußere Erscheinung auf mein Umfeld aus?
Nehmen wir einmal ein ganz einfaches Beispiel an. Ich stelle mir gerade einen übergewichtigen Projektleiter vor, der gerne viel isst, ein Bierchen oder Weingläschen nicht links stehen lässt, der gutes Essen gerne und viel genießt und zusätzlich seine sozialen Kontakte im Raucherbereich pflegt. Sein Anzug sieht grundsätzlich ordentlich aus, seine Schuhe sind abgelaufen und nicht geputzt, die Haare bräuchten wohl auch einen neuen Schnitt. Sein leicht rosiger Teint scheint auf leichte Blutdruckstörungen hinzudeuten, aber ansonsten scheint er ein lockerer Mensch zu sein, immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen. Dieser Projektleiter ist also scheinbar in seiner ganzen Art und Weise ein ego-, lust- und suchtorientierter Mensch. Kann ich mir vorstellen, dass ein solcher Projektleiter, der sich selbst offensichtlich nicht im Griff hat, ein Projekt in den Griff bekommt, geschweige denn führen kann?

Seien Sie ein persönliches Vorbild.
Szenenwechsel; ich war in der glücklichen Lage in meinen frühen Lebensjahren eine Offiziers-Ausbildung bei der Bundeswehr in einer Fallschirmjägereinheit zu genießen. Bei dieser Eliteeinheit sind die Führungskräfte ein wesentlicher Teil spezieller Militäraktionen. Führungskräfte leisten hier die gleichen physischen und psychischen Leistungen und Belastungen wie die Mannschaftsdienstgrade und führen durch Vorbild und Fachkenntnis. In den wenigsten Fällen durch Autorität und/oder „per Order di Mufti“.

Deshalb liegt auch eines der wesentlichen Ausbildungsinhalte in dem Erwerb grundlegender Kenntnisse im Bereich der Menschenführung. Der Offizier ist sich der großen Bedeutung und Wirkung seines persönlichen Vorbildes bei seinen Soldaten und dessen Auswirkungen auf die Motivation und Leistungsfähigkeit seines militärischen Umfelds bewusst.

Diese militärische Erkenntnis eines idealen Führungs-Vorbildes hat sich mittlerweile auch in den meisten Vorstands-Führungs-Etagen der großen Unternehmen etabliert. Sie werden kaum Vorstände von großen Unternehmen finden, von denen man den Eindruck bekommen könnte, dass sie sich nicht im Griff haben. Das persönliche Vorbild scheint also eine bedeutsame Rolle in der Führung zu sein.

Was heißt das nun in Bezug auf Ihr äußeres Erscheinungsbild konkret?

Im Grunde genommen ist es ganz einfach, jeder, der eine gute Kinderstube genossen hat, weiß schon von Hause aus, wie sein Erscheinungsbild sein sollte.

  • Sie sind stets ordentlich und sauber gekleidet.
  • D.h., Sie haben einen idealer weise perfekt passenden Anzug an,
  • saubere geputzte und nicht abgetretene Halbschuhe.
  • Sie haben ein stets sauberes gebügeltes Hemd an (kein Kurzärmel-Hemd).
  • Sie tragen eine Krawatte, abhängig vom Unternehmen kann auch auf die Krawatte verzichtet werden.
  • Ihre Haare, Ihre Fingernägel sind stets sauber geschnitten.
  • Sie sind täglich rasiert.
  • Sie sind täglich geduscht.
  • Sie achten auf Ihre Figur, d.h. Sie haben einen BMI von 20-24 alles darüber hinaus ist zu dick.
  • Sie rauchen nicht. Rauchen deutet auf einen schwachen Willen hin. Wie wollen Sie als Raucher überhaupt ein großes Projekt leiten?
  • Bei Ihrer Haltung achten Sie darauf, dass Ihre Brust gehoben ist (Richtung Kinn), Ihr Rücken ist gerade und aufrecht. Ihr Becken ist nicht eingeknickt, sondern nach vorne gedreht (kein Hohlkreis). Der Kopf ist aufrecht und gestreckt.
  • Sie schlurfen nicht beim Gehen.

Alleine mit einer optimalen Haltung werden Sie Ihre Ausstrahlung erhöhen und Ihr Selbstbewusstsein und Selbstempfinden steigern, und das Wesentliche:

Die Mimik, die Gestik, die Körperhaltung signalisiert schon alleine durch die visuelle Darstellung einen Führungsanspruch. Weil auch die Armee das weiß, werden dort drillmäßige Formaldienste durchgeführt, die die Körperhaltung und Körperbeherrschung des Soldaten trainiert. Blick gerade aus, Kopf und Hals gerade, Brust raus, Bauch rein, Schultern gerade.

Der ehemalige FBI Agent Joe Navarro geht sogar so weit, dass er behauptet, alleine an der Schulterhaltung andere Menschen einordnen und verstehen zu können. Als er mit seinen ersten eigenen Nachfragen bzgl. Schultererkennung begann, bekam er nur Schulterzucken, wobei er wieder bei seinem Thema war.

Breite und muskuläre Schultern werden als Kraft, Stärke und Potenz angesehen. Deshalb werden auch die meisten Männerjacken durch Schulterpolster „aufgepeppt“ damit das „V“ besser zur Geltung kommt.

Und um die Militärs noch einmal zu betrachten: die Schultern sagen, schau mich an, ich bin ein Führer, folge mir nach. Dies ist Teil der Hierarchie Festlegung, es ist aber auch, wie wir Respekt zeigen.

Alleine die Schultern helfen uns also, Respekt und Ehrfurcht zu kommunizieren, aber sie helfen uns auch, Glück und Freude zu vermitteln.

Was sagt Ihnen bspw. eine Führungskraft, die die Schultern hängen lässt und einen leichten Buckel im Rücken bildet? Vermutlich, dass diese Führungskraft eine schwere Last trägt und kein Rückgrat hat? Ist diese Führungskraft als Führungskraft geeignet?

Wenn wir also alleine schon an unseren Schultern erkennen und signalisieren können, wer wir sind, bzw. wie wir sind. Welche Bedeutung hat dann erst der ganze Körper an Ausstrahlungskraft?

Beobachten Sie also einfach mal spaßeshalber das nächste Mal die Leute und sich selbst. Fragen Sie doch einen guten Bekannten, was er denkt, wie Sie auf andere wirken.

Energiefluss
Eine weitere bemerkenswerte Situation wird sich bei Ihnen einstellen. Wenn Sie sich körperlich korrekt ausrichten (Brust raus, Bauch rein, Rücken gerade, etc.) werden sie einen zusätzlichen Energiefluss verspüren, denn durch die optimierte Körperhaltung können Ihre körpereigenen Energien (Meridiane) besser fliessen und auch die Energien von Aussen besser in den Körper einfliessen (bspw. Kosmische Schwingungsenergie).





Quellen

http://www.psychologytoday.com/blog/spycatcher/201205/what-the-shoulders-say-about-us

Scherer, Werner: "Soldatengesetz und Vorgesetztenverordnung", 4. neu bearb. Auflage, München;

Dresscode Accenture:
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&source=web&cd=1&sqi=2&ved=0CFIQFjAA&url=http%3A%2F%2Fcareers.accenture.com%2FMicrosites%2Fel-joiners%2Fyour-first-day%2FDocuments%2FBusinessCasualDressCodeGuidelines.pdf&ei=mOsoUOOPKazN4QTgq4GYBw&usg=AFQjCNEcaI8HM93r8S4NslHWogcfP4G45Q&cad=rja

Dienstag, 19. Juni 2012

Haben Sie Fahrstühle im Projekt?

Kennen Sie das Fahrstuhlexperiment? Das Experiment wurde von einer sehr populären amerikanischen Fernsehsendung (Candid Camera) in den 60er Jahren durchgeführt.
Die Fernsehsendung führte Experimente in beliebigen öffentlichen Einrichtungen durch, um spezielle soziale Verhaltensweisen in humorvolle Szenen zu setzen. Das Ergebnis der Sendung war neben dem Unterhaltungswert auch äußerst aufschlussreich und lehrreich. Das Fahrstuhlexperiment hat man sich ausgedacht, um herauszufinden, wie unabhängig der Durchschnittsbürger ist, wenn er mit einer allmächtigen „Einigkeit einer Gruppe“ konfrontiert wird. Ergebnis: wenig.




Die Personen der Testgruppe bekamen den Auftrag gemeinsam immer in eine Richtung zu sehen. Wie würde sich nun eine zufällig dazukommende Person verhalten?
Sobald die Gruppe gemeinsam in eine Richtung blickte, wurde es sehr schwer für die Person eine andere Position einzunehmen, geschweige denn zu halten, selbst wenn die Blickrichtung der Person sinnvoll und korrekt war und die Gruppe komplett falsch lag.

Im Video ist dies sehr schön zu erkennen. Die zufällig hinzukommende Person beugt sich diesem „Gruppendruck“ und blickt nach kurzer Zeit auch in die Richtung der Gruppe.
Wechselt die Gruppe die Blick-Richtung, dann wechselt auch automatisch die Person die Blick-Richtung.

Diese Konfirmitätsexperimente wurden zum ersten Mal von Solomon Asch in den 50ern durchgeführt. Aus den Konfirmitätsexperimenten ergab sich ein bemerkenswerter Zusammenhang: je größer die Gruppe war, desto mehr Konformität wurde erzeugt. Wurde die Gruppengröße gesteigert, dann näherte sich die Konfirmitätsrate einer Geraden an.  Wird nun aber die Einstimmigkeit der involvierten Personen bei einem falschen Urteil aufgebrochen, da einer von ihnen noch offensichtlicher falsch urteilt, begehen die Versuchspersonen deutlich weniger Fehler bzw. orientieren sich weniger oft an der Gruppe. Es scheint dann eine Situation einzutreten, indem sich die Versuchsperson traut, ihre richtige Minderheitenmeinung zu äußern, da auch andere eine Minderheitenmeinung vertreten.

Die Konformität bei den Personen kommt zum einen dadurch zu stande, dass sie bei anderen einen erwünschten Eindruck hinterlassen wollen. Viele Menschen fühlen sich unwohl oder unsicher, wenn sie andere Meinungen als die der Gruppenmehrheit vertreten.
Zum anderen, dass man eine persönliche Unsicherheit beseitigen möchte, indem man sich auf die Meinung der Mehrheit verlässt und diese unter Umständen auch annimmt. Je schwieriger eine Situation ist, desto stärker ist auch die gezeigte Konformität.

Die psychologischen Erkenntnisse kann man sehr schön in der eigenen Projektumgebung beobachten und entsprechend kann man eine spezielle Situation, bspw. in einem Projektmeeting sehr viel besser bewerten. Sehr oft werden Sie möglicherweise einen informellen Führer im Projekt haben, bspw. einen technischen Spezialisten, der durch seine Meinung und Sichtweise eine ganze Projektgruppe mit in eine Richtung zieht. Da wird es dann sehr schwer werden, mit einer Minderheitenmeinung durchzukommen. Das können Sie als Projektleiter grundsätzlich mal sehr gut ausnutzen, indem sie den informellen Führer für sich gewinnen und mit ihm zusammen die Richtung des Projektes bestimmen können.

Wollen Sie aber gänzlich jegliche Art von Manipulation vermeiden - was aus meiner Sicht der bessere Weg ist - dann sollten Sie zumindest dafür sorgen, dass Meinungsbildner eine ganze Gruppe beeinflussen. Dies können Sie beispielsweise in Brainstorming Session machen, indem Sie zuerst eine Gesamtdarstellung eines Problems mit der Gruppe besprechen, danach aber die Ausarbeitung der Problemstellung in Einzelerarbeitung durch jeden Spezialisten erbeten. Dadurch können Sie Meinungsbildner ausschließen und möglicherweise ein breiteres Spektrum an Lösungsmöglichkeiten finden.

Fazit: Wir sind nicht so frei, wie wir glauben, insbesondere, wenn wir nicht alleine sind.



Quellen:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=aX1gL5Zqkao
http://de.wikipedia.org/wiki/Konformit%C3%A4tsexperiment_von_Asch

Sonntag, 6. Mai 2012

Sehen Sie den Gorilla im Projekt?

In der Psychologie gibt es ein berühmtes Gorilla-Experiment. In diesem Experiment wird den Probanden ein Video vorgeführt. In diesem Video spielen drei schwarze Basketballer gegen drei weiße Basketballer. Die Aufgabe der Probanden besteht darin, die Pässe zwischen den weißen Basketballern zu zählen.
Der Gorilla im Projekt. Bild-(c): Dieter, pixelio.de
Während das Video läuft und die Basketballer sich die Bälle hin- und herwerfen, rennt ein Mann mit einem Gorilla-Kostüm durch das Video. Am Ende des Videos wurden die Probanden nach der Anzahl der Würfe gefragt. Und, ob sie einen Gorilla gesehen hätten. Das Ergebnis: weniger als 30% der Probanden haben den Mann im Gorilla-Kostüm gesehen. Bei der zweiten Vorführung des Videos insistierten die Probanden darauf, dass es sich nicht um das gleiche Video handelt wie das Erste.


Dieses hochinteressante Experiment lässt viele Illusionen - oder sollte ich eher Wahrnehmungsstörungen sagen - der Menschen erklären. Der Mensch konzentriert sich so sehr auf die eigentliche Aufgabe, dass er wichtige sonstige Ereignisse nicht mehr erkennt, wahrnehmen möchte bzw. nicht wahrnehmen kann. Ein weiteres Beispiel: Vier Menschen sehen einen Autounfall und alle haben sehr unterschiedliche Versionen von dem, was passiert ist. Wie können wir uns nur an Ereignisse erinnern, die eigentlich nie aufgetreten sind. Und wie können wir viele Dinge falsch wiedergeben, obwohl wir absolut 100% sicher sind, dass wir recht haben. Das Gorilla-Experiment zeigt uns unser Limit auf.

Zusammengefasst legt das Gorilla-Experiment den Schluss nahe, dass nur Objekte und Details wahrgenommen oder bemerkt werden, auf die die Aufmerksamkeit gerichtet wurde. Das Gehirn muss selektieren, welche Informationen relevant sind und welche weniger. Erst, indem sich die Aufmerksamkeit einem Reiz zuwendet, wird dieser bewusst. Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit beeinflusst die Aktivität bestimmter Gehirnstrukturen.

Unaufmerksamkeitsblindheit in der Geschäftswelt

Diese Unaufmerksamkeitsblindheit taucht auch ständig in der Geschäftswelt auf. Wie sonst kann man sich erklären, dass ein Unternehmen wie GM weiter monströse Spritfresser baut, in einer Welt der abnehmenden Erdölvorräte und steigenden Preise. Wie sonst sollte man die Geschäftspraktik von Blockbuster Video erklären, die weiter in ihre Filialen investieren, obwohl ihre Kunden zu Netflix und anderen On-Demand-Kabel-Diensten und Online-Websites gehen? Wie kann man sich die sinnlosen Kämpfe der Musik-Industrie gegen den digitalen Download erklären, während eine ganze Generation mittlerweile mit iPods herumläuft?

Diese Unternehmen wollten nur sehen, was sie sehen wollten. Und sahen nicht den Gorilla, der durch Ihre Branche gelaufen ist.

Kommen wir nun wieder zu unserem Projektumfeld. Wie sieht es dort aus, haben Sie Ihre Ziele fest im Blick und sehen Sie immer, bzw. bemerken Sie, wenn Ihnen ein Projektgorilla über den Weg läuft? Oder sind sie so tief in Ihrer Projektwelt versunken, dass sie die besondere Situation, Gefahren, Krisen nicht erkennen können und wollen?

Wie steht es um die Wahrnehmung Ihrer Projektrealität und Ihrer Unaufmerksamkeitsblindheit?

In diesem Sinne: Passen Sie auf den Gorilla auf.


Quelle:
http://www.theinvisiblegorilla.com/videos.html
http://www.scholarpedia.org/article/Inattentional_blindness




Donnerstag, 3. Mai 2012

Die Vernetzung als Erfolgsfaktor im Projekt



Hatten Sie nicht auch schon einmal das Gefühl, dass Sie in einem erfolgreichen Projekt eine gewisse Einheit mit all Ihren Projektmitarbeitern, Stakeholdern und Kunden verspürten? Eine Einheit, die schwer zu erklären ist, eine Art „Feld“, in dem sich alle miteinander verstehen? Ein schwer zu beschreibendes „Feld“, in dem man getragen wird in einem gemeinsamen Erkenntnisbewusstsein, getrieben von einer besonderen Klarheit?
Vernetzung im Projekt
Vernetzung: die notwendige Voraussetzung im Projekt; Bild-(c): Gerd Altmann, pixelio.de
Was passiert da? Wie ist das zu erklären? Oder: Was muss man tun, um eine solche Situation, ich würde sogar fast schon von einem Gemeinschafts-Flow sprechen, zu erreichen? Sind wir alle miteinander vernetzt? Möglicherweise können uns einige Erkenntnisse bekannter Wissenschaftler den Weg zeigen.

Reichen die wissenschaftlichen Erkenntnisse schon aus, um eine Vernetzung zu erklären?

Die Biologin Lynn Margulis beispielsweise, sieht die Entwicklung des Lebens - im Gegensatz zur Darwinschen „Survival-of-the-fittest“-Hypothese - als Koevolution und stellt in ihren Forschungen fest, dass „das Leben den Erdball nicht durch Kampf erobert hat, sondern durch Vernetzung.“ Ich persönlich neige auch sehr stark zu dieser Sichtweise. Die Gemeinschaft wird immer stärker sein als ein einzelner Starker. Deshalb wird auch immer eine starke Gemeinschaft das Überleben der Gemeinschaft sichern. Es war in der Vergangenheit nie ein Einzelner, der das Überleben einer Gemeinschaft gesichert hat.

Der russische Informationsforscher Prof. Konstantin Korotkov meint dazu, wir seien miteinander vernetzt, [...] weil wir eine gemeinsame Spezies mit einer identischen biologischen, biophysikalischen und bioenergetischen Ausstattung sind. Was uns verbindet, ist ein umfassendes Gefühl der Empathie und der Wunsch nach Kommunikation und Kooperation.“  Dem kann man fast nichts mehr hinzufügen, und man weiß ja mittlerweile, dass ein Mangel an Kommunikation krank macht (5).

Es ist also jeder von uns Teil des Prozesses der Weiterentwicklung, jeder Einzelne stellt so etwas wie ein Blutkörperchen in einem riesigen Organismus dar. Im Projekt ist es wie im Körper, auch der Körper benötigt weiße und rote Blutkörperchen, soll heißen: Für den Fortschritt im Projekt benötigt man sowohl Menschen mit positiven als auch welche mit negativen Intentionen. Menschen guten Willens müssen die Motivation ihres Handelns immer wieder am Gemeinwohl des Projekts ausrichten.

Prof. Korotkov erläutert, wie er in seinen Forschungen zur Telepathie die Gehirnströme von zwei weit voneinander entfernten Menschen mit Enzephalogrammen erfasst. In seinen Experimenten konnte er zeigen, wie die Gehirnströme der beiden Probanden sich synchronisierten. Korotkov erwähnt, dass allein eine mentale Konzentration und der Fokus der Intention entscheidend sind sich auf das Gegenüber einzuschwingen, egal ob Mensch oder Tier. Aus meiner Sicht dürfte es schon ausreichen, wenn alle im Projektteam sich nur alleine auf die Vision des Projektes, auf das Erschaffen, auf das Ziel konzentrieren, dann entsteht schon eine nicht wahrnehmbare „Vernetzung“ der Gehirnströme, die den Erfolg des Projektes beinflusst.

Der Autor von „Das Geheimnis des Ameisenhügels“, Stephen James Joyce, ist davon überzeugt, dass „ [...] kooperative Intelligenz zu einem lebenswichtigen Faktor wird, den alle Individuen und Teams stärken müssen, die tiefere und verlässlichere Bindungen zu ihrer Organisation herstellen wollen.“ Er stellt weiterhin fest, dass das Gefühl, eine Gemeinschaft zu bilden, automatisch die kooperative Intelligenz einer Gruppe oder eines Teams erweitert. „Das Gemeinschaftsgefühl wird wiederum dadurch gestärkt, dass jedes Mitglied die Möglichkeit erhält, sinnvolle Beiträge zu leisten.“ Und dass das auch so passiert, wird wesentlich durch den Projektleiter gesteuert bzw. geleistet. Ein Projektleiter, der ein reiner Macher ist, wird möglicherweise keinen Projekterfolg im Team haben. Ein Projektleiter muss demnach ein sehr guter Teamplayer sein, den die anderen idealerweise auch als ihre autoritäre natürliche Führungskraft akzeptieren. Leider ist das nicht immer ganz trivial und einfach, dafür ist durchaus ein gewisses Talent erforderlich.

Der Biologe Rupert Sheldrake wiederum behauptet, dass sogenannte „morphogenetische Felder“ als Felder kollektiver Intelligenz um größere Ansammlungen von Lebewesen herum entstehen. Das sind natürlich nicht messbare und nicht wissenschaftlich nachweisbare Felder. Aber ich vermute, dass jeder schon einmal im Leben, das Gefühl hatte: „Jetzt ist etwas passiert“, „Ich habe so eine Vorahnung“, das Gefühl,  man spürt quasi, was mit einem Menschen passiert, an den man gerade fest denkt. Diese unausgebildeten bzw. zurückgebildeten feinstofflichen Fähigkeiten können durchaus trainiert und verstärkt werden.

Das geht jetzt aber ziemlich in die Esoterikecke, sagst Du. Nun, Einstein und Goethe waren auch Esoteriker. Und wie sagte doch Einstein: "Alles ist in Schwingung". Und Max Planck erkannte schon: „Es gibt keine Materie an sich!“ D.h. alles ist Energie, alles ist Schwingung, Frequenz und Vibration. Jedes einzelne Organ hat seine einzigartige Schwingung bzw. Frequenz, die unter anderem die Bodyscanner an den Flughäfen nutzen. (6)  So hat auch unser Gehirn und möglicherweise auch unsere Gedanken eine Schwingung eine Frequenz. Wir senden ständig Informationen.

Joyce ist der Meinung, „wenn wir unsere Intelligenz vereinen und diese unfassbar riesige Ressource dann zum Wohl der gesamten Gemeinschaft nutzen, könnte das unser gesamtes Leben und auch die Art und Weise, wie wir in Teams und Organisationen operieren, von Grund auf ändern.“

Was kann nun ein Projektleiter tun, damit sein Projektteam die kooperative Intelligenz und damit die Vernetzung effektiver nutzt?

   Prof. Korotkov empfiehlt hierzu Meditation und die Stärkung der mentalen Konzentration. In dem man beispielsweise in einem Projektmeeting eine gemeinsame Meditationssitzung durchführt. (Steve Jobs hat dies immer wieder gerne mit seinen Business-Kollegen gemacht.)

   Konzentration auf Lösungen. Die Ressourcen sollten nicht darauf verschwendet werden, eine Sache abzuschaffen, sondern darauf, was Sie erreichen wollen.

   Zu viele Macher und Helden sind nicht gut. Sie reißen in der Regel die gesamte Handlungsmacht an sich und u.U. auch das gesamte Team. Sie erreichen so, dass niemand sonst sich mehr verantwortlich fühlt (Warum sollten sich auch die anderen Teammitglieder anstrengen, wenn doch der Macher zur Rettung gekommen ist?).

   Das Team erschafft etwas. Die Vision auf das Erschaffen legen. Joyce meint dazu: „Wenn man immer weiter das tut, was wir schon immer getan haben, werden wir auch immer das erreichen, was wir schon immer erreicht haben - und dabei wollen wir vielleicht etwas ganz anderes.“ Oder wie Einstein so treffend formuliert „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

   Die neuen Technologien verstärkt nutzen, Stichwort Social Media. Social Media hat unser Kommunikationsverhalten bereits weitestgehend verändert. Alle Freunde und Bekannte sind miteinander vernetzt. Jeder ist zeitnah über aktuelle Dinge in seinem Umfeld informiert. Dies setzt natürlich die Bereitschaft zu Offenheit und Transparenz voraus.



Quellen:
1.) Sheldrake, R.: Der siebte Sinn des Menschen. Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 4 (10. März 2011)
3.) Joyce, S.: Das Geheimnis des Ameisenhügels. Wiley-VCH Verlag, 2008
4.) raum&Zeit: Ausgabe 177, 2012
5.) Univ.Prof. Dr. Maximilian Gottschlich: „Sprachloses Leid“. URL: http://www.philosophische-praxis.at/symp05.html
6.) http://www.greatdreams.com/hertz.htm

Sonntag, 22. April 2012

Projektmanagement im europäischen Umfeld


Eine Herausforderung? Mittlerweile Normalität? Ein nicht mehr zu unterschätzender Aspekt auch in Projekten in Deutschland? Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um den Euro und den ESM  (Europäischer Stabilitätsmechanismus) lohnt sich ein kleiner Blick auf das europäische Umfeld.


Projektmanagement im europäischen Umfeld - Spielregeln sind wichtig
Projektmanagement im europäischen/internationalen Umfeld setzt die Festlegung von gemeinsamen Spielregeln voraus. Bild-(c):  Daniel Gast / pixelio.de


Wer Deutschland und Europa wahrhaft liebt, wird ihre unglaubliche Vielfalt an Ausdrucksformen in Kunst, Architektur, Esskultur, Sprachen und Musiktradition mögen. In Projekten kommt das sehr stark zum Ausdruck. Die Mentalitäten der Menschen der verschiedenen Länder sind extrem unterschiedlich. Wer schon einmal mit einem Franzosen, Italiener, Engländer, Norweger, Spanier, Schweizer, Rumänen, Deutschen in einem Team gearbeitet hat, der erkennt schnell, dass es keine einheitliche, einzig erkennbare europäische Kultur gibt. Selbst in Deutschland sieht man die gewaltigen Unterschiede; einen Hamburger wird man nicht so ohne Weiteres zum Schuhplatteln bewegen können. Der Bayer wird im Norden wohl ganz stark seine Käs‘spatzen, seine Brezen, seine Weißwurscht und vor allem sein „anständiges“ Bier vermissen, möglicherweise auch seine Berge.

Wer zwanghaft versucht, die verschiedenen Traditionen unter einem Hut zu bekommen - wie unsere Politiker -, der hat nicht verstanden, dass man Europa nicht so ohne weiteres vereinheitlichen kann. Deshalb sind auch Aussagen, wie „scheitert der Euro - scheitert Europa“; „Europa muss mit einer Stimme sprechen“; „Wenn Europa scheitert, gibt es Krieg“ geradezu lächerlich. Dabei wäre wohl ein Europa, das mit einer Stimme spricht - mit Verlaub - ein Albtraum. Welches Maß an Gleichschaltung und Zentralisierung wäre dafür nötig? Und: Wer Schreckgespenster an die Wand malt, möchte Angst machen; und Angst macht bekanntlich dumm ...  Nein, ein Ende des Euro oder der EU wäre möglicherweise sogar deren Rettung.

Vor diesem kulturellen und politischen Hintergrund sollte man auch europäische Projekte sehen. Eine extreme Offenheit gegenüber Andersartigkeit ist notwendig. Gerade deshalb ist es wichtig, dass man gemeinsam Regeln festlegt und die Zusammenarbeit definiert. Schon in rein deutschsprachigen Projekten ist es wichtig gemeinsame Regeln zu erstellen; in europäischen und internationalen Projekten wird dies noch wichtiger.

Die Ermittlung und die offene Vereinbarung der notwendigen Spielregeln für die Betroffenen und Beteiligten während des Projekts und des Projektmanagements sind die ersten Themen, die man behandeln sollte.

Mittwoch, 11. April 2012

Brainstorming ist out!

Wie?  Brainstorming ist out? Das mache ich doch ständig mit meinem Projektteam und hat   gute Erfolge, meine Mitarbeiter sind begeistert, sagst Du. Und nun komme ich und behaupte es ist out. Jetzt komme ich vielleicht noch mit dem Hinweis, dass Brainstorming gar nichts bringt. Wird ja immer bunter, sinnierst Du weiter.

Nun, es ist tatsächlich so, es bringt überhaupt nichts. Und das ist schon seit 1958 bekannt, als wissenschaftlich bewiesen wurde, dass Brainstorming absoluter Blödsinn ist. „Es wirkt innovations- und motivationshemmend“.

Brainstorming ist out und ist innovations- und motivationshemmend.
Brainstorming ist out und ist innovations- und motivationshemmend. Bild(c) Gerd Altmann, pixelio.de

Rückblick

Im Jahr 1953 veröffentlichte Osborn ein Miteigentümer der damals größten Werbeagentur (Batten, Barston, Durstine & Osborn Inc.)  ein Buch in dem die Behauptung aufgestellt wurde, die kreative Ideenentwicklung in einer Gruppe mit Brainstorming zu verdoppeln. Das schlug natürlich ein wie eine Bombe. Und auch heute noch wendet man für das Finden und Entwickeln neuer Ideen zuerst das Brainstorming an.

Doch bereits 5 Jahre später veröffentlichten drei Psychologen der Standford University eine Studie, die anhand von wissenschaftlichen Experimenten nachwiesen, dass durch Brainstorming die Anzahl der entwickelten Ideen nicht gesteigert werden kann. Sie kamen sogar zu dem gegenteiligen Ergebnis: Brainstorming ist ideen- und motivationshemmend.

Sie zeigten, dass vier Einzelpersonen in der gleichen Zeit nicht nur mehr sondern auch bessere Ideen als eine vergleichbare Vierergruppe mit Brainstorming hatte.

Und auch aktuellere Studien untermauern diese Erkenntnis. „Laut einem Bericht in „Bild der Wissenschaft“ 1/2005 nützt die traditionelle Brainstorming-Methode nachweislich nichts: 50 Studien zeigten ein vernichtendes Ergebnis, die Kandidaten konnten es in Gruppen nicht besser, weil sie sich gegenseitig blockierten. Meist mussten sie warten, bis ein anderer ausgeredet hatte, was ihre Kreativität hemmte. Einzelkämpfer hingegen hatten nicht nur mehr, sondern auch bessere Eingebungen als die Gruppe. Kreativität hinge somit eher vom Bewusstseinsstand der Einzelnen ab.“


Quelle: Taylor, D. / Berry, P. / Block, C.: Does group participation when brainstorming facilitate or inhibit creative thinking? In: Administrative Science Quarterly, 3/1958, Ithaca/NY 1958, S. 23-47


http://de.wikipedia.org/wiki/Brainstorming

Sonntag, 8. April 2012

Exportschlager: Die Deutsche Führungskraft !

Ich gebe zu, bei dem Titel muss man schon mächtig aufpassen. Viel zu leicht rutscht man ins Braune ab. Mir geht es aber tatsächlich um die besonderen deutschen Eigenschaften, die uns Deutsche gerade in Führungsposition zu einem weltweiten Exportschlager machen und vielen, die die deutsche Grenze noch nicht überschritten haben, noch gar nicht so bewusst ist.

Die deutsche Führungskraft ein Exportschlager
Führungskraft Made in Germany (c) Gerd Altmann, pixelio.de
Mir ist dieser Sachverhalt selbst erst klar geworden, als ich ein Angebot aus dem Ausland bekommen habe. Gerade weil ich ein Deutscher bin, habe ich den Zuschlag vor anderen Bewerbern bekommen. Und da stellt sich mir doch mit recht die Frage, was macht uns Deutsche so interessant für Führungspositionen, insbesondere im Ausland.

Nun, Tracking-Sandalen und weisse Tennis-Socken im Sommer, mit Feinripphemd durch´s Hotel laufend, Sonnenbrand, immer über das Wetter meckernd, das dürften nicht unbedingt die Eigenschaften sein die im Berufsleben wichtig sind.

Nein, beim Deutschen schätzt man seine Pünktlichkeit, seine Ausdauer, sein Fleiß. Man sagt uns Deutschen extreme Pünktlichkeit und schnelles, sorgfältiges Arbeiten nach. Die Deutschen halten Termine pünktlich ein. Und sie werden sauer, wenn sie warten müssen, und andere nicht pünktlich sind.

Oha, da habe ich mich beim Schreiben gleich sofort wiedererkannt. Also da ist schon was dran.

Leistung und Erfolg spielen für uns Deutsche eine große Rolle: Bei der Frage nach den wichtigsten Werten im Leben räumt der Faktor "Leistung" 81 Prozent ab und "Erfolg im Beruf" 80 Prozent. Freizeit und Nichtstun kommen erst an dritter und vierter Stelle. Glaubt man den Daten einer aktuellen Internet-Umfrage.

Die europäischen Nachbarn halten uns Deutsche vor allem für gut organisiert, akkurat und leicht pedantisch. Das ergab eine Studie der GfK Marktforschung, in der rund 12 000 Bürger in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland, Tschechien und der Türkei befragt wurden.

Sind das nicht die idealen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Führungskraft? Kann man mit so einem Charakterwesen erfolgreicher Projekte leiten als ohne diese?

Ich persönliche vermute der folgende Satz ist mitentscheidend warum ein Deutscher erfolgreich Projekt leiten kann: Er hält Termine pünktlich ein, und wird sauer, wenn er warten muss, und andere nicht pünktlich sind.

Das ist schon mal die Basis, die für die Projektarbeit unabdingbar ist. Gut organisiert ist möglicherweise der weitere entscheidende Faktor. Ein gut organisiertes Projekt ist schon mal der halbe Weg zum Erfolg. Egal welche Projektmanagementmethode man anwendet, selbst SCRUM muss gut organisiert sein.

Die wichtigen Bereiche wie Fach-, Methoden- und Persönlichkeitskompetenz können wir also mit unseren deutschen Charaktereigenschaften ganz gut erklären. Aber wie sieht es mit dem ebenso wichtigen Bereich der Sozialkompetenz aus? Woher können die Soft Skills eingedeutscht „weiche“ Fähigkeiten und Fertigkeiten kommen?

Um das zu beantworten, hilft ein Blick in die Wikipedia.
„Das Konzept sozialer Kompetenz wird vielfach positiv gesehen, ist aber tatsächlich wertneutral im moralischen Sinne. Auch Anführer mafiöser Organisationen, Trickbetrüger oder Diktatoren wie z. B. Adolf Hitler haben es de facto geschafft, die Bestrebungen vieler Individuen auf ein gemeinsames Ziel auszurichten, indem sie die bereits vorhandenen faktischen Wertvorstellungen von Menschen ansprachen, um sie zu gerichteten, teils koordinierten Handlungen zu motivieren. In der Psychologie bezeichnet soziale Kompetenz eine nur schwer definierbare Gesamtheit von Fertigkeiten, die für die Gestaltung sozialer Interaktion nützlich oder notwendig sein können.“

Aha, nun denn, lassen wir diese Aussage mal im Raum stehen und gehen einfach davon aus, dass wir auf Grund dieser Definition schon in der Geschichte gezeigt haben, dass wir dazu in der Lage sind.

Dem Deutschen steckt also Projektmanagement quasi in den Genen.